Die Reformation geht weiter! Auch für den Glauben.

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Die Reformation geht weiter!

Das war bei der EKD-Synode 2012 zu hören, das sagt die Lutherbotschafterin Käßmann  und das haben sogar Foren und Gruppen in Facebook aufgenommen.
Reformationsgedenken darf nicht nur nach rückwärts gewandte Erinnerung sein, sondern sollte ihrem Sinn entsprechend weitergeführt werden.
Die Evangelische Akademikerschaft in Deutschland fordert:

Die Reformation geht weiter. Auch für den Glauben!

Zu „www.kernfragen-des-glaubens.de“ wurde im Internet eine Diskussionsplattform eingerichtet, auf der auch kirchenferne Menschen ihr Glaubensverständnis zum Ausdruck bringen können. Denn: Das Verständnis von Religion und Glauben hat sich geändert. Viele Menschen entwickeln eigenen Vorstellungen von Gott, Jesus, Kirche, Sünde und Vergebung. Weiterlesen

Reformation auch für den Glauben – wie ist das gemeint?

  • Der Titel“Reformation geht weiter“  wurde schon 2012 im Vorfeld der EKD-Synode und hauptsächlich für organisatorische Veränderungen in der Kirche gebraucht.• Danach wurde er von der
  • Evangelischen Akademikerschaft in Deutschland auch für das Projekt www.kernfragen-des-glaubens.de verwendet …
  • … und ergänzt (und eingeschränkt): ..auch für den Glauben.
  • Evangelikale Gruppen missionieren damit in Facebook mit der Erweiterung „..die Reformation muss weitergehen!“.
  • Recht haben sie. Aber nicht mit der Forderung, weiterzumachen wie bisher.
  • Das Wort „Reformation“ bedeutet für uns heute nicht nur (wie damals für Luther) Rückbesinnung auf den Ursprung des Glaubens an Gott und Jesus (in der Bibel) wegen schwerwiegender Fehlentwicklungen (Ablasshandel).
  • Uns geht es um die Weiterentwicklung des christlichen Glaubens, wie sie zunehmend von einzelnen Christen, Gruppen und Gemeinschaften als möglich und notwendig vertreten wird, (neuerdings auch von den Medien)
  •  …. als da sind: Entmythologisierung der Bibel, Naturwissenschaft und Gottesglaube, Menschenrechte, Weltethos.
  • Als kleine Gruppe erheben wir nicht den Anspruch, etwas für den Fortgang der Reformation tun zu können. Aber zu unserer eigenen Orientierung fragen wir, in welchem Zusammenhang Veränderungen beim Glauben an Gott, an Jesus, an die Bibel oder die Kirche stehen. Weiterlesen

Informationen & Termine, Berichte

Wandel und Reformation des Glaubens heute  

Der fällige Ruck in den Köpfen…

10 Jahre nach der Veröffentlichung seines Buches „Im religiösen Umbruch der Welt. Der fällige Ruck in den Köpfen der Kirche“ wurde der emeritierte Kirchhistoriker Prof. Matthias Kroeger mit Spannung in einer Vortragsveranstaltung der Evang. Akademikerschaft und der Evangelischen Akademie der Pfalz erwartet. Dies auch deshalb, weil der theol. Arbeitskreis „Gottesbild heute“ der EAiD zur Ergänzung der Diskussionsplattform www.kernfragen-des-glaubens.de eine blog-site www.reformation-geht-weiter.de entwickelt hat, auf der nicht nur nach neuem Glaubensverständnis gefragt wird, sondern auch danach, wie Reformation heute weitergehen kann bzw. wenigstens schon angefangen hat.   (Darauf ging Kroeger aber in seinem ausführlichen Vortrag nicht ein.) Weiterlesen

Glauben zwischen Absolutheitsdenken und Beliebigkeit

Was ist „Glaube“, was heißt „glauben“?

Zum Verständnis von Glaubensinhalten ist es notwendig zu klären, was mit dem Wort „Glauben“ gemeint ist.  Was glauben heißt, läßt sich am besten an den Wirkungen zeigen:  Offenheit für die größere Wirklichkeit Gottes, Hoffnung, Liebe, Zuverlässigkeit.

Meist wird der christliche Glaube aber von seinem Inhalt her beschrieben: glauben „an“ Gott, die Schöpfung, Jesus, die Auferstehung, den Heiligen Geist, die Bibel, die Kirche und ihre Lehren, das ewige Leben (Glaubensbekenntnis). Die Bedeutung solcher Aussagen erschließt sich aber nur in der Grundhaltung des Glaubens als persönliches Betroffensein.

Wie kommt es zum Glauben? Tradition, Gewohnheit, Erziehung und Erlebnisse spielen dabei eine Rolle; nach der Bibel aber mehr das Vorbild christlichen Handelns und das überzeugte Weitersagen der christlichen Botschaft als eigenes Nachdenken und willkürlicher Vorsatz. Auch über Auseinandersetzung und Kritik kann einer zum Glauben finden. Christen erkennen in Anfang, Wachstum und Dauer des Glaubens (oft erst rückblickend) das Wirken des Heiligen Geistes.

Wer den Wert des Glaubens für sich selbst erkannt hat, wird auch anderen dazu verhelfen wollen. Dazu ist Erfahrungsaustausch nützlich, zumal in der Sprache des Glaubens oft Worte und Vergleiche vorkommen, die manchen ungewohnt sind und deshalb erst übertragen und erklärt werden müssen.

Viele sehen in der Wissenschaft eine Konkurrenz für den christlichen Glauben und meinen, daß der Glaube durch sie allmählich seine Bedeutung verlieren wird. Aber wissenschaftliche Forschung kann sich nur auf Teilbereiche menschlichen Lebens und Erkennens beziehen und keine Antwort auf die Frage nach dem Wozu und Wohin und nach dem Ganzen geben. Glaube und Wissen sind eigenständige Formen des Erkennens. Glaube bezieht Wissen ein. Auch die Wissenschaft geht von unbeweisbaren Voraussetzungen aus.

Da der Glaube nicht bewiesen werden kann und die Realität oft ganz anders aussieht, sind Gläubige auch dem Zweifel ausgesetzt. Ihr Glaube muß sich immer neu bewähren (d.h. seine Wahrheit und seinen Wert erweisen). Er braucht Verstärkung, Herausforderung, Anregung und Aktualisierung. Christen suchen und finden das im Gottesdienst, in der Bibel, in der Gemeinschaft und im Gespräch mit Gleichgesinnten und Andersdenkenden, beim Lesen und Beten, vor allem aber auch im sozialen Handeln und Helfen.

Bei zunehmender Offenheit für und Begegnung mit anderen Konfessionen und Religionen wird mehr Vielfalt von Glaubensinhalten und  Glaubensweisen bewusst und es ergeben sich in der Spannweite von „Absolutheitsdenken und Beliebigkeit“ neue Möglichkeiten für Veränderungen, aber auch die Notwendigkeit von Abgrenzungen. Andreas Götze hat den Mut,  dieses umfassende Thema in einem Büchlein der „Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen zunehmen (Nr. 242, März 2016).