Emmanuel Cere zu seinem Buch „Das Reich Gottes“.

Guenter Hegele    5. Februar 2017    Kommentare deaktiviert für Emmanuel Cere zu seinem Buch „Das Reich Gottes“.

Anhang zu

Emmanuel Cere zu seinem Buch „Das Reich Gottes“.

Interpretierende Zusammenfassung eines Interviews in „Christ und Welt“.

Immer weniger Menschen glauben weil sie von den Eltern dazu erzogen wurden. Für viele stellt sich die Frage des Glaubens. gar nicht  mehr. Für andere aber ist die Kirche mit ihren Begriffen ein Glaubenshindernis. Sie wollen ein bestimmtes sakrales Vokabular nicht mehr hören. Man denke nur an das Wort Sünde. Gerade diese Haltung  ist heute  eine offene Frage.

Worum geht es also im persönlichen Glauben? Carrre bekennt:  Im Credo  gibt es keinen  Satz  an den ich glaube. Das gibt es aber in den Worten  Christi. (Es ist nicht immer klar, ob von Jes von Nazareth, von Christus oder von Jesus Christus die Rede ist, gemeint  ist aber wohl  für Carrere persönlich  der Mensch und Prediger Jesus, auch wenn der Gegenstand des Glaubens  nicht  einfach  mit diesem zusammenfällt). Was hat sich dann an Ostern ereignet? Die Auferstehung Christi oder etwas anderes, sehr Seltsames? Dass sich nämlich eine sehr kleine Gruppe von Leuten einredete, dieser „unbedeutende Prediger“ sei auferstanden und dann dieses extrem  seltsame Phänomen,  an das bis heute immer mehr Menschen glaubten. An den auferstandenen Jesus Christus, statt wie  vorher  an Gott.

Die Kirchenskeptiker, von denen die Rede war, stoßen sich heute an dieser Seltsamkeit des entstehenden Glaubens weniger, als an der dogmatischen Hartnäckigkeit mit der sie von ihrer Kirche umgeben wird. Aber ist nicht die Auferstehung das Herz des Christentums wie Paulus sagt. Und wer nicht an diese. Auferstehung Jesu Christi glaubt ist eben kein Christ. Oder?

Carrere stellt fest, das ihn am Christentum nicht die Auferstehung berühre, sondern die Worte Jesu, Worte als Lebensnahrung (des „unbedeutenden Predigers“? könnte man fragen) auch ohne Auferstehung, von der in ihnen gar nicht die Rede ist. Jesus spricht für Carrere außergewöhnliche Sätze, anders als alle anderen Figuren in den Evangelien. (Gehören aber die Evangelisten nicht zum Kreis derer, die an die Auferstehung glauben, sind also bereits „Beglaubigende“ , die uns diese Worte zu Gehör bringen? So der mögliche Einwand).

Für Carrere müssen wir uns der Geschichte der Ereignisse 50,60 Jahre nach dem Tod Jesu jedenfalls ohne den kulturellen Ballast nähern, mit dem gewöhnlich über das Christentum gesprochen wird. Und so will uns dieser Autor die Anfänge aus dem Blickwinkel eines Menschen nahebringen, der kein Gläubiger mehr ist, der aber ein sehr positives Verhältnis zum Christentum hat. Dieses Verhältnis rührt wie er bekennt, nicht zuletzt von Lukas her, als einem „Schriftsteller mit ganz eigenen von ihm erfundenen Geschichten“. Auch wenn er Quellen benutzt  hat, gibt  es diese Geschichten  eben nur bei  ihm. Er ist kein Augenzeuge,  hat aber Zeugen befragt.

Für Carrere ist Lukas, der als Grieche denkt, so etwas wie „der Thukydides des Christentums“, ein verlässlicher Berichterstatter, kein Prediger. Auch kein Sektierer, sondern offen und  neugierig,  mit einer Moral, die alles andere ist als bürgerlich.

Paulus ist die Hauptfigur.  Der Erzähler aber ist Lukas.