Kategorie-Archiv: Zitate

Zitate zum Thema

Zitate

Guenter Hegele    30. März 2016    2 Kommentare zu Zitate

Spiritualität als Kern der Religionen

„Spiritualität zielt auf das, was Religion im Kern eigentlich ausmacht. Religion ist mehr als „Kontingenzbewältigung“ oder als „Transzendenzbezug“, und sie ist auch mehr und anderes als Glaubensdogma und sakrale Praxis. Religion ist eine Deutung der Welt und des Lebens, die auf eine umfassende, faszinierende und prägende Erfahrung zurückgreift.

Meist wird diese Erfahrung von einem Religionsstifter gemacht, oder auch von einer Gruppe, oder sie entsteht im Lauf eines langen Traditionsstromes. So, sagt diese Erfahrung, ist die Welt: eine Ansammlung von Leid (so der Buddhismus), eine unlösbare Mischung aus Gegensätzen (so der Taoismus), die Verpflichtung zur Unterwerfung unter einen außerweltlichen Willen (so der Islam), ein Wunder an Schönheit und Gnade (so das Christentum) usw. Diese Sicht der Welt prägt Überzeugungen aus, verschafft sich Anhänger und religiöses Personal, übersetzt sich in Geschichten, Heilige Schriften, in Ethik, Symbole und Riten. Spiritualität versucht, diese Deutung der Welt immer wieder neu erfahrbar zu machen und in das eigene Leben zu holen.
evangelische aspekte3/2016


Erfülltes  Leben. Meine Werte, mein Glaube, mein Glück-

Auszüge aus: DER SPIEGEL WISSEN 6/2015: Das Heft enthält – wie das Magazin „DER SPIEGEL“ dsöfteren – bemerkenswerte neuformulierte individuelle und generelle Beiträge zur Suche nach Sinn, Glaube, Glück, Religion, Weisheit, Geist, Auswege aus Krisen,…

Respektieren Sie, dass Kinder an etwas glauben wollen.

Die Frage, ob es Gott gibt, stellen manche Kinder schon mit drei Jahren, andere im Grundschulalter. „Kinder wollen glauben“, sagt die Münchner Grundschullehrerin Katrin Lex, 32 – woran, das verändere sich mit der Zeit. Lex unterrichtet Ethik, da kommt die Frage häufig. „Für manche Menschen gibt es Gott, für manche nicht, das ist ganz unterschiedlich“, sagt sie ihren Schülern.

Erkennen Sie die Überlegungen der Kinder an.

.Was glaubst du denn?“, fragt die Lehrerin in ihrer multikulturellen Klasse manchmal die Kinder. Besonders die Jüngeren orientieren sich noch an Figuren, die ihnen wichtig sind, wie Nikolaus, Christkind oder Weihnachtsmann. Auch bei Kindern, die aus einem nicht religiösen Elternhaus kommen, taucht Gott häufig auf. Ob zu Hause oder in der Schule, wichtig ist, dass jede Antwort angehört und anerkannt wird.

Muten Sie Kindern auch mehrdeutige Antworten zu.

Schon Sechs- bis Zehnjährige können damit sehr gut umgehen. Auf die Frage, wo Gott wohne, genügt es zu erklären, dass manche Menschen, die an Gott glauben, ihn in der Natur sehen, zum Beispiel in einem schönen Schmetterling, andere gehen in die Kirche, und ‚wieder andere glauben, wenn Menschen etwas Gutes tun, sei das ein göttliches Zeichen. Nicht gläubige Eltern ermutigt die Pädagogin: „Kinder kommen gut damit klar, dass es nicht auf alle Fragen eine Antwort gibt.“

Geben Sie Kindern den Freiraum, selbst nachzudenken.

‚Wenn es Gott gibt, warum erlaubt er, dass schreckliche Dinge geschehen? Und warum sorgt er nicht dafür, dass ich einen Hund bekomme? Das sind Fragen, die Kinder beschäftigen. Sie verstehen, betont Ethiklehrerin Lex, wenn man ihnen sagt, dass die Menschen selbst dafür verantwortlich sind, wie sie zusammenleben. Und dass Gott keine gute Fee ist, die alle Wünsche erfüllt.

 

 

Umfrage bei Jugendlichen

Leben wir in sündigen Strukturen, wie einige behaupten, weil wir auf Kosten anderer leben?

Lea: Man freut sich doch immer wieder, wenn man ein T-Shirt für 5 Euro bekommt und vergisst ganz schnell, wo das herkommt und wie es produziert wird. Es gibt kein richtiges Leben im falschen, auch wenn man sich noch so sehr bemüht.

Denise: Aber wenn wir die Klamotten nicht kaufen würden, was würden die Menschen dort machen? Klar sind viele nicht unter tollen Umständen hergestellt, aber was würden die Menschen sonst arbeiten?

Lucas: Dann hätten die Produzenten Druck und müssten andere Arbeitsbedingungen zur Verfügung stellen. Aber das funktioniert wahrscheinlich nicht.

Lea: Wenn z.B. H&M pleite gehen würde, gäbe es wahrscheinlich in den Produktionsländern weniger Arbeit.

Lucas: Wir leben nun mal in Strukturen aus denen wir nicht herauskommen. Die Menschen hierzulande wollen nicht von ihrem Standard herunter oder mehr Geld für Produkte ausgeben. Lea: Auch wenn ich mich immer bemühe Fair Trade Produkte zu kaufen, sind viele Dinge undurchschaubar geworden. Oft weiß man gar nicht, wie man sich richtig verhalten soll.

Lucas: Trotzdem steht dann der große Bildschirm mit 60 Zoll im Wohnzimmer. Wenn etwas billig ist, hat jemand zu wenig dafür verdient.


Was ist Vergebung?

Lea: Zum Beichten brauche ich eigentlich keinen anderen. Ich kann auch daheim alleine im Gebet oder einfach auch so mit Gott sprechen. Oft fällt aber einem auch ein Stein vom Herzen, wenn man mit jemand anders über Dinge reden kann, die einen belasten. Der Schritt in einen Beichtstuhl wäre für mich schwerer.

Denise: Wenn ich jemand habe dem ich etwas erzählen kann, dann ist das schon eine Entlastung. Schlecht ist es wenn ich dazu gezwungen werden würde wie in der katholischen Kirche. Genauso schlecht ist es, wenn ich jemanden etwas erzähle und meine, die Sache sei damit für mich erledigt, obwohl ich sie eigentlich gar nicht richtig bereut habe.

Lea: Die Beichte muss auch nicht unbedingt mit der Institution Kirche etwas zu tun haben Man kann es auch selber, alleine machen. Oder mit einem Menschen, dem man vertraut. Das Wichtige an der Beichte ist ja eigentlich, dass man darüber nachdenkt, was ich falsch gemacht habe und das reflektiert.

Es würde schon genügen, wenn man abends darüber nachdenkt, womit ich an dem Tag zufrieden war oder was ich unterlassen habe.

Lucas: Wenn man betet und bereut, dann kann einem auch eine Sünde vergeben werden, aber die eigene Reue muss geschehen.

Denise: Ich glaube, dass die Menschen die nicht glauben, es einfacher haben mit der Sünde zu leben. Auf jeden Fall können die besser damit umgehen als Menschen, die die ganze Zeit das Gefühl haben, dass von oben jemand zuschaut. Obwohl nach meiner Vorstellung schaue ich mir ich eigentlich selber zu. Ich glaube aber, dass auch Menschen die Religion missbraucht haben, um andere Menschen zu unterdrücken oder um eigene Machtansprüche zu sichern .•