Was bleiben will muss sich ändern
Nach dem Selbstverständnis Martin Luthers und der daraus entstandenen Theologie und Kirchengemeinschaften war es hauptsächlich eine Rückkehr zum  Original des Glaubens und zu seinen Quellen und nicht  die Entstehung von Neuem.

Heute orientieren sich Gläubige zwar auch an Bibel, Tradition und Kirche, sehen aber Veränderungen beim Glaubensverständnis überwiegend bedingt und bestimmt durch neue Interpretation, zeitgemäßes Verständnis und spirituelle Evolution .

Neues Verständnis von Glaubensinhalten wird zur Zeit hauptsächlich von Theologen (in Büchern), religiös engagierten Einzelnen und kirchlichen sowie freien (kleineren) Gruppen gesucht und versuchsweise vertreten. Es wird von den Medien  aufmerksam und meist zustimmend beobachtet („Ist da jemand“ im SPIEGEL 24/2014 zum Buch „Religion ohne Gott“ von R.Dworkin).

Die Berechtigung und Notwendigkeit neuer Glaubensformen wird auch mit der Abkehr vieler Christen von Kirche und Glauben erklärt und begründet (obwohl die Hoffnung, die Abnahme von traditioneller Frömmigkeit würde sich durch Aufgeben von veralteten Glaubensinhalten stoppen lassen, sich bis jetzt nicht erkennbar erfüllt hat).

Die organisierten Kirchen und die mit ihnen verbundenen Mitglieder tun wenig für die Entwicklung neuer Glaubensformen. Da es sich um z.T. vor Jahrtausenden entstandene Vorstellungen und Strukturen handelt, ist eine Veränderung kaum systematisch und wirksam zu organisieren, zumal sich meist heftiger Widerstand regt, wo es in der Praxis versucht wird.

Wenn man die positiven Veränderungen beim Glauben als eine Art Evolution versteht, würde eine Verbesserung zwar ziemlich langsam erfolgen, aber es würden sich viele Konflikte vermeiden lassen. AK.“Gotttesbild heute“