Segen –was ist das?

Segen ist weder Erfolgsgarantie noch magisches Schutzschild. Er bewirkt keine Wunder.

Der Segen Gottes begegnet im Neuen Testament den Menschen in der Person Jesu, Da, wo er ist, geschieht Segen, und Menschen werden zu Gesegneten. Ihnen wird Heilung zuteil, oder es gelingt ihnen, ihr Leben zu ändern.

Eine syrophönizische Frau bittet Jesus um Hilfe für ihre kranke Tochter (Markus 7, 24-30). Jesus erkennt in dieser fremden Frau ihren Glauben und heilt ihre Tochter, obwohl sie keine Juden sind, dem Volk zu dem er geschickt wurde. Zachäus, der betrügerische Zolleinnehmer, ändert durch Jesu Zuwendung sein Leben (Lukas 28, 9-14). Modern interpretiert kann man sagen,. dass er von Jesus die Annahme erfährt, die er sich auf einem falschen Weg über die Betrügereien verschaffen wollte.

Von Jesus wird die Kindersegnung überliefert und die Aufforderung an die Nachfolgenden, zu segnen und zu taufen. Gesegnete werden selbst zu Segen. Darum sind sie aufgefordert zu segnen, auch die, die einem böse wollen, die verfluchen oder die verfolgen. .

Auch gesegnete Menschen können Leid und Unglück erleben. Trotzdem sind sie „behütet“ und unter Gottes Schutz gestellt. Das Entscheidende am Segen ist ’nicht, ob Gutes erfahren wird oder ob es schlecht geht. Gesegnetsein heißt: Inmitten der äußeren Umstände, wie immer sie aussehen, ist Gottes Nähe vorhanden, ist seine Kraft da, hat der Mensch die Möglichkeit, mit den Gegebenheiten seines Lebens umzugehen.

Segen symbolisiert die Gestaltungskraft Gottes in der Welt. Zur Wirkung kommt er durch Menschen, die sich anrühren lassen im Segensgeschehen und berühren lassen durch das, was heilt und stärkt. Von Heiderose Gärtner-Schultz