Die Bibel – Gottes Wort?     (Wie sehen Sie das?)

Die Bibel ist für die meisten Christen Grundlage und maßgebendes Zeugnis für ihren Glauben. Sie ist das zum einen als Erzählbuch (mit Geschichten von der Schöpfung, mit Erfahrungen des Volkes Israel  mit ihrem Gott Jahwe und vor allem: mit Geschichten von Jesus und ihren Deutungen (im Neuen Testament). Zum anderen enthält die Bibel direkt oder indirekt praktische  Konsequenzen für das Verhalten von Menschen, die sich an Jesus orientieren. Sie ist für alle christlichen Kirchen gemeinschaftliche Urkunde der „Offenbarung“ Gottes und Grundlage für ihre Verkündigung, Lehre und Handeln und wird deshalb als „Heilige Schrift“ oder „Wort Gottes“ bezeichnet.

Wenn es auch viel Streit um die richtige Auslegung der Bibel gegeben hat und noch gibt und vieles darin schwer verständlich ist, so bleibt es doch eine erstaunliche Tatsache, dass dies Buch durch Jahrtausende hindurch Juden, Christen und anderen so viel bedeutet hat. Offenbar enthält es Vieles, was für den Glauben wichtig ist: Information, Glaubenszeugnis, Lebenshilfe, Gebote, Gebete und Trost. Manche Stellen treffen sowohl einfache wie gebildete Leser und Hörer ganz persönlich und direkt. Andere erschließen sich durch Gespräch und Erklärung, wenn sie in einem übertragenen Sinn verstanden werden. Eigene Gedanken und Probleme erscheinen im Zusammenhang mit Bibelworten oft in einem ganz anderen Licht.

Viele Stellen in der Bibel erscheinen jedoch heute veraltet.

 

4 Gedanken zu “Die Bibel – Gottes Wort?

  1. Bernhard Kneip

    Da der lebendige Gott allgegenwärtig ist, so ist auch sein Wort allgegenwärtig und überall wahrnehmbar. Doch hören will der Mensch meist nicht!

    Im Folgenden „Enochs Vision“

    Ich spreche zu dir.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich sprach zu dir,
    als du auf die Erde gekommen bist.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich sprach zu dir,
    bei deinem ersten Blick.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich sprach zu dir,
    bei deinem ersten Wort.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich sprach zu dir,
    bei deinem ersten Gedanken.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich sprach zu dir,
    bei deiner ersten irdischen Liebe.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich sprach zu Dir,
    bei deinem erstem Lied.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch das Gras der Wiese.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch die Bäume der Wälder.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch die Täler, Wiesen und Hügel.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch die Erhabenheit der Berge.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch Regen und Schnee.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch das Wasser und die Wogen des Meeres.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch den Tau des Morgens.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch den Abendfrieden.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch das Leuchten der Sonne.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch die funkelnden Sterne.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch den den erhabenen Wind,
    diesen König der Freiheit –
    und durch den Sturm und die Wolken
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch Donner und Blitz.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir,
    durch den grandiosen Regenbogen.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich werde zu dir sprechen,
    wenn du meinst allein zu sein
    und es doch nicht bist, denn
    ICH BIN bei dir, in alle EWIGKEIT.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich werde zu dir sprechen,
    durch die Weisheit der Weisen.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich werde zu dir sprechen,
    am Anfang der Goldenen Welt.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich werde zu dir sprechen,
    wenn du meine liebevollen und von Güte
    erstrahlenden Boten gesehen hast.
    Du nennst sie vielleicht Engel, doch wisse,
    sie tragen viele Namen und
    doch sind sie ohne Namen,
    denn alles kommt aus mir hervor.
    So höre und wisse

    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich werde zu dir sprechen
    In Ewigkeit.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ich spreche zu dir.
    Sei still
    Wisse
    Ich bin Gott.

    Ihr Lieben,
    und wisset „SEHET GOTT“
    und
    wisset „GOTT ICH BIN“
    und
    wisset „ALLES IST LIEBE“.

    Ich frage mich allen Ernstes, wofür brauchen wir Menschen eine Bibel?
    Der lebendige Gott ist doch allgegenwärtig in uns und in Allem!
    Er spricht dauernd zu uns.

  2. Hartmut Neumann

    für Bund freies Christentum,
    ich stimme Eurem Beitrag völlig zu, immer wieder und zu jeder Zeit kann die
    Göttliche Allmacht durch Menschen sprechen und wirken und das geschieht
    wohl auch hin und wieder. Viele Grüße Hartmut Neumann

  3. Bund freies Christentum Artikelautor

    Die Bibel muss bei aller gebotenen Ehrfurcht in ihrer Geschichtlichkeit gesehen werden. Die noch immer weit verbreitete Meinung, die Bibel sei ein einheitliches Buch, das „immer recht hat“, ist verhängnisvoll. Die Kirche weiß, dass die Bibel eine Sammlung sehr verschiedenartiger und verschiedenwertiger Überlieferungsstücke aus anderthalb Jahrtausenden ist und dass viele ihrer Aussagen – auch in den Evangelien – wesentlich voneinander abweichen. Was die Kirche aber weiß, soll sie auch sagen. Nur dann ist sie glaubwürdig.
    Dies gilt auch für die Bezeichnung der Bibel als „Gottes Wort“. Sie enthält menschliche Bezeugungen dessen, was Menschen als an sie ergangenes „Wort Gottes“ erfahren haben, und was anderen zu einem an sie ergehenden „Wort Gottes“ zu werden vermag. Aber sie ist nicht als solche „Gottes Wort“, zumal Gottes „Reden“ zu Menschen auch anders als durch die Bibel geschehen kann.

  4. Werner Grau Artikelautor

    Die Bibel als „Heilige Schrift“? „Heilig“sprechung Jesu durch die Bibel?

    Der Kanon der Heiligen Schriften hat allerdings bewirkt, dass in den zahlreichen Motiven christlichen Geschehens seither, auch Jesus selbst, der Mensch, immer noch Geltung behielt. Die Evangelien haben noch von ihm gesprochen als Paulus am Menschen Jesus schon kein Interesse mehr zeigte. Und als die Kirche faktisch an die Stelle des von Jesus erwarteten und verkündeten Gottesreiches trat, hielt sie für uns auch den Blick auf Jesus von Nazareth offen.

    Jaspers schreibt dazu: Historisch kritische Forscher sagen uns, dass wir vom Leben Jesu nichts Sicheres wissen können. Die Evangelien sind geschrieben, um der Gemeinde den Glauben zu verkündigen, sie sind Zusammenstellungen , die zwar zurückgehen, auf das, was Jesus gesagt hat, aber auch vermehrt um vieles, was er gesagt haben könnte. Seine Lebensgeschichte ist nicht rekonstruierbar. Besonders das, was Johannes sagt, wird man dafür wenig verwerten können. Es erscheint eine neue historische Realität, aber nicht mehr die des Menschen Jesus. Bereits durch die allerersten Glaubenszeugnisse sind wir nicht mehr auf die spärlichen historischen Vermeldungen angewiesen, aber es bleibt dabei: Ohne die Kirche als Institution und Organisation hätte sich das Christentum nicht bis heute dauerhaft entfalten können. In diesem Geschehen aber hat Jesus stets Geltung behalten. Dafür hat der Kanon der heiligen Schriften selbst gesorgt.

    Wenn nun Jaspers Jesus in die Gesellschaft der „maßgebenden Menschen“ zusammen mit Sokrates, Konfuzius, Buddha stellt, ohne zwar der ontologischen Frage seiner Göttlichkeit weiter nachzugehen, keinesfalls aber um sie begründet in Abrede zu stellen, benennt er wesentliche Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede, die für Jesus als Ausgangspunkt der Religion des Christentums bestimmend sind.
    Zunächst: Die Texte, aus denen wir von diesen besonderen Menschen wissen, sind erst nach ihrem Tod entstanden. An ihnen zeigt die historisch-kritische Forschung die Überlagerung durch Legenden und Mythen. Ein Bild historischer Realität kann aus ihnen nicht entstehen. Entfernt man die überlagernden Schichten vom Bild der großen Gestalten, so entziehen sie sich.
    Die historische Realität ist also nur fühlbar in der außerordentlichen Wirkung ihres Wirkens auf ihre Umgebung – und in dessen Widerhall durch die Nachwelt. Bilder dieser Großen sind hervorgebracht von den Späteren und sind damit selbst eine neue historische Realität. Auch wir müssen in diesen Bildern die Realität sehen, wenn auch unter anderen Bedingungen.

    Der Ursprung selbst eines solchen Bildes muss außerordentlich gewesen sein. Und die eindringliche Wirkung auf uns ist ein Tatbestand. Nicht als Beweis für etwas, aber als ein bezwingender Hinweis darauf, dass bereits am Anfang nicht ein belangloser menschheitlicher Zufall, sondern exzeptionelle menschliche Größe gestanden hat. Der Zufall lässt nichts Dauerndes aus Nichts entstehen, wohl aber kann er den Anfang der geistigen Wirksamkeit von Größe markieren.
    Nicht der Typus, sondern das Einzigartig und Unvertretbare ihres Wesens zeichnet die Großen aus.

    So ist für Jaspers bei dem Menschen Jesus ausschlaggebend, dass man sich an ihm orientieren kann. Seine Radikalität bleibt auch ohne imitatio sinnvoll. Im Freiwerden von der Lebensangst, im Offenhalten des Blicks für das absolute Unheil in der Welt, im Verwehren der eigenen Selbstgenügsamkeit und Selbstzufriedenheit. Jesus sprach durch sein Selbst und seine Worte. Deshalb vermögen viele Menschen auf ihn als einen Ursprung zu blicken.

    Das kann versöhnlich klingen für jeden, der überzeugt ist, dem Glauben sei nur mit dem Menschen Jesus von Nazareth Genüge getan. Jaspers aber besteht darauf, dass auch wer die maßgebenden Menschen verstehen will, selber eine Wandlung erfahren muss, statt ihre Botschaft seinen Verstehensmöglichkeiten anzuverwandeln.
    Bei Jesus besteht die Wandlung des Hörenden in der Hingabe an Gottes Willen ohne Hinblick auf die Welt. Das hat er mit seinem Tod am Kreuz beglaubigt. Er war Opfer (victima) weltlicher Macht und Gewalt, nicht sacrificium, Versöhnungsopfer Gottes (M.Welcker). Als Viktimisierter hat er Gottes Willen, den Willen „seines Vaters“ im Tod auf sich genommen. Er war der allein an Gott gebundene Mensch. Seine Verkündigung steht im Zusammenhang gottgewirkten Geschehens. Er fordert Glauben, nicht Einsicht.
    Er weiß von Gottesreich und ewigem Leben und wirkt darum in unmittelbarem Ernst. Er verkündet den einzigen Weg und gibt das Heil und wurde im Bild verwandelt zur Gott-Werdung.

    Als an die Stelle des von Jesus irrtümlich erwarteten Gottesreiches die Kirche trat und ihn zum Stifter des Sakraments machte, hat der kirchliche Wille zur Welt und zur Ordnung die sprengende Radikalität Jesu immer wieder zu dämpfen gesucht. Sie hat sich damit in den Dienst der Gesellschaft begeben, die mit dieser Radikalität nicht hätte bestehen können. Im Zeichen des ausbleibenden Weltendes musste es dazu kommen.
    Die Widersprüche zwischen den Forderungen Jesu und dem fortwährenden Tun der Menschen wären anders nicht zu ertragen gewesen.

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