Jesus –„ Gottes Sohn“?

Jesus – wer war und wer ist das? Wie sehen Sie das? Ihre Meinung bitte unten abschicken.           

Jesus war der Sohn von Maria und Josef, er hatte vier Brüder und einige Schwestern, sein Leben und Sterben sind historisch belegt. Er war Jude und wurde während der letzten Regierungsjahre Herodes des Großen geboren, in den Jahren 7 bis 5 unserer Zeitrechnung. Er war von Beruf Bauarbeiter. Er kam in Kontakt mit der Taufbewegung (26/28 n. Chr.) und ließ sich taufen. Er wurde im Jahr 30 gekreuzigt.

Jesus wurde als Lehrer, Wundertäter, Heiler gesehen. Er hat viele Menschen nachhaltig beeindruckt und beeinflusst. Er brachte den Menschen die Nähe Gottes und die Grundsätze seines Willens (beides zusammen wird auch als „Reich Gottes“ bezeichnet). Jesus, der Mensch, stand in einer besonderen, einzigartigen Beziehung zu Gott, den er seinen „Vater“ nannte. Er war ein von der Urmacht Gottes, von Gottes Geist erfüllter Mensch.

Er behandelte Männer, Frauen und Kinder gleichwertig. Seine Hinwendung zu Ausgegrenzten verwirrte viele, die das miterlebten.  Die Menschen erlebten, was es heißt, geliebte Kinder Gottes zu sein. Das bedeutete gleichzeitig, dass die Menschen sich untereinander  als Geschwister annahmen.

Das Besondere und Einzigartige an Jesus war, dass er Leben und Welt als Geschenk und Gnade verstand und dies besonders den Armen und Benachteiligten verkündete. Bezeichnungen für Jesus  wie zum Beispiel „Sohn Gottes“ sowie „Messias“ und „Christus“ sind Hoheitstitel, die die Menschen Jesus gegeben haben, um seine Würde und Bedeutung für die Gläubigen hervorzuheben.

Der gewaltsame Tod Jesu war die Konsequenz seines gottgeleiteten und gotterfüllten Lebens. Für die einen war er ein neuer irdischer Herrscher, für andere der Hoffnungsträger einer Revolution. Jesus ist nicht für, sondern an den Menschen gestorben.

Aber bei Jesus behielt der Tod nicht das letzte Wort. Es ging – auf eine letztlich nicht erklärbare Weise, die seine Anhänger „Auferweckung“ und „Auferstehung“ nannten – weiter. Aus der kleinen Bewegung entstand eine Weltreligion. Seine Botschaft wirkte weiter – und in ihr er selbst.

Jesu Tod ist kein Opfer für die Menschen, wie sie in antiken Religionen bezeugt sind. Trotzdem ist Jesu Tod in diesem Verständnis ein Tod für die Menschen, weil den Menschen eine neue Dimension über den Tod hinaus eröffnet wurde. Damit geschieht eine Neubewertung des Todes, die einer Überwindung gleichkommt.

Jesus ist nicht in dieses geschichtliche Leben, sondern in ein anderes, größeres Leben hinein auferweckt worden.

Jesus ist trotz Leiden und Tod nicht gescheitert, im „Heiligen Geist“  begleitet er bis heute seine Gemeinde.

 

So fing es an mit dem Glauben an Jesus

Die hebräische Bibel half, die Person Jesu und seines Schicksals als Teil und Vollendung von Gottes Geschichte mit Israel zu verstehen. Der Kernsatz der Verkündigung lautet: „Gott hat Jesus auferweckt!“

Einzelne Jesusworte werden gesammelt und später zu einer Quelle der Jesuserzählungen verarbeitet.

Der Kern der weiteren Glaubenszeugnisse der Jesusjünger (und Jüngerinnen) ist die Gestaltung der Leidensgeschichte Jesu. Sein Foltertod am Kreuz ist für den jüdischen Glauben eine besondere Schmach. Die Gemeinde findet die Antwort in der Gestalt des leidenden Gottesknechtes (bei Jesaia 53): „Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet undum unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt….“

Nach Karfreitag und den Ostererscheinungen wurde der erniedrigte Jesus zum erhöhten: Wer den Tod besiegt, war stärker als alle anderen Mächte.Der Gekreuzigte und vom Tod Auferweckte wird zu dem in der jüdischen Überlieferung geweissagten Messias(d.h. der Gesalbte, griechisch Christos).

 

10 Gedanken zu “Jesus – „Gottes Sohn“?

  1. Hartmut Neumann

    WER WAR JESUS CHRISTUS ?
    Jesus Christus war der größte Reformator aller Zeiten !
    Er hat den alten jüdischen Glauben „reformiert“,
    er hat den jüdischen Glauben um das Gebot der Mitmenschlichkeit bereichert .

    Er hat sich selbst und alle Mitmenschen als gleichberechtigte Kinder des Göttlichen betrachtet
    und auch als solche behandelt! Darum ist er der größte Reformer aller Zeiten!

  2. Hartmut Neumann

    Seit vielen Jahren schon bewegt mich die Frage, wie Jesus wohl (vermutlich) das Göttliche empfunden oder wahrgenommen haben mag. nun seit wenigen Tagen glaube ich eine für mich schlüssige Antwort gefunden zu haben. Diese habe ich – als Impuls und zur Überprüfung – bei Google ins Netz gestellt, unter
    http://www.gottesundmenschenbild.de und dort ein Klick auf: „Mich bewegt die Frage, wie Jesus wohl das Göttliche empfunden oder wahrgenommen hat“ Hartmut Neumann

  3. Hartmut Neumann

    Was damals mit Jesus passiert ist, das nennen moderne Theologen heute, dies ist eine göttliche
    Selbsterschliessung. Selbsterschliessung meint, dass das Göttlich-Geistige im Menschen
    hervortritt und sich selbst erkennt.
    Indem das Göttlich-Geistige nun zum Primat wird, wird der ganze Mensch zum Christus, zu einem
    Träger des göttlichen Geistes.
    Er ist nun beides, Mensch im creatürlichen Sinne und göttlich-geistiges Wesen im geistigen Sinne.
    Wenn man will, kann man sagen, der Christus (oder der vollkommene Mensch) ist nun auch Symbol
    des göttlichen Geistes. Von den Menschen seiner Zeit wird er empfunden als „das Licht der Welt“ ,
    als Erlöser, also als der Christus halt!
    siehe auch; http://www.gottesundmenschenbild.de

  4. AK Grau Artikelautor

    Der Jesus der Evangelien – nach Jörg Lauster: Eine Kulturgeschichte des Christentums.
    Eine Christologie ohne Paulus.
    Immer wieder ist hervorgehoben worden, dass das Christentum an einem Ort im Schatten der Weltgeschichte begonnen hat, auch wenn sich in Galiläa und Judäa selbst die Lage weniger ruhig dargestellt hat als aus der Sicht des fernen Rom. Das Territorium war von einer kurzen Phase abgesehen der Spielball wechselnder Herrscher und Mächte. Die politische Bedeutungslosigkeit kollidierte empfindlich mit den Verheißungen an das Volk Israel, die so viele große Zukunftshoffnungen begründen halfen. Die kulturellen und religiösen Einflüsse der herrschenden Mächte leisteten Erlösungsvorstellungen Vorschub und ließen die Grenzen zum Übernatürlichen fließend werden. Die spirituelle Kreativität des Judentums ließ in dieser kulturell turbulenten Zeit ganz verschiedene Gruppierungen entstehen. Bestimmend wurden vor allem die Pharisäer, die die Erneuerung über Pflege und Fortführung der genuin jüdischen Traditionen anstrebten. Die Sadduzäer richteten ihre Bemühungen auf wortgetreue Auslegung der Tora und den Tempelkult. Die Essener bereiteten sich strenggläubig-quietistisch auf die Endzeit vor. Mit politischen und militärisch-terroristischen Mitteln, wollten die Zeloten die Verheißungen durchsetzen. Messiashoffnungen und hellenistische Erlösungsvorstellungen beschäftigten die Gemüter. Traditionalismen standen gegen Erneuerungshoffnungen.

    Jesus wurde in diese mentale, religiöse und poltische Gemengelage hinein geboren.
    Vor seinem öffentlichen Auftreten war er dem Täufers Johannes gefolgt, der Buße und Umkehr im Zeichen des nahen Gottesgerichts predigte. Auch wenn Jesus diesem Lehrer nicht in allem folgte, mit ihm verband ihn die Naherwartung des Gottesreiches.
    Man hat Jesus, der die großen Ansiedlungen mied, als „Wandercharismatiker“ bezeichnet, der Menschen um sich sammelte, die aus ihren Alltagszusammenhängen ausschieden. Sein Leben endete durch die jüdischen und römischen Autoritäten, für die sein Auftreten aus ganz unterschiedlichen Gründen eine Provokation war, durch den Tod am Kreuz.

    Nach der Darstellung der Evangelien stand im Zentrum seines Wirkens eine einzigartige Erfahrung von der unbedingten Nähe Gottes. Er war weder Denker noch Priester, für den es um ein metaphysisches Prinzip oder um kultische Verehrung gegangen wäre. „Gott der Vater“ war für ihn wohlwollend umfangende Lebensmacht. Er lebte aus der Gewissheit von der Gegenwart des Gottesreiches, in einer Weise, die nicht einfach die Wünsche und Sehnsüchte unter den Juden seiner Zeit nach einem besseren Leben erfüllte. Das war auch etwas anderes als die Vorstellung von Gott als königlichem Herrscher über die Welt.
    In seinen didaktischen Gleichnissen predigte er dieses Reich nicht nur den Klugen, Gelehrten und Verständigen, sondern allen, und erschließt ihnen eine neue, verwandelte Sicht auf die Welt.
    Wann das Gottesreich anbrechen werde, ließ Jesus in der Schwebe: Es ist schon da, hat schon angefangen und auch es ist noch nicht da, seine ganze Vollendung steht erst noch bevor, unmittelbar, in naher Zukunft. Wenn Luther freilich „Es ist mitten unter euch“ mit „inwendig“ übersetzt, so verlegt er nach Lausters Auffassung das Reich Gottes aus der Anwesenheit in der Welt in die friedvolle Innerlichkeit des glaubenden Gemüts, was geradezu einer Fehlleitung im Protestantismus gleichkomme. Denn Jesus bedeutet das Reich Gottes eine Umwertung der Werte, weil dem, was nach den Maßstäben dieser Welt verloren ist, ein Platz eingeräumt wird. Und aus Sicht der Evangelisten hat Jesus die Zuwendung zu denen die verloren scheinen, nicht nur verkündigt, sondern tatsächlich gelebt.

    Trotzdem ist das Bild vom „lieben Jesu“ das daraus entstehen konnte nur eine Seite. Denn der Anbruch des Gottesreiches ist ein gewaltiger Ausbruch, in kosmischen Maßstäben. Jesus war auch ein Gerichtsprediger in der Nachfolge der jüdischen Apokalyptik und des Täufers.
    Das ist nicht zuletzt in der Rede vom Weltgericht bei Matthäus überliefert, die sich nicht einfach als pädagogische Rhetorik entschärfen lässt. Im Gericht, von dem dort die Rede ist, wird keineswegs alles irgendwie gut werden, auch wenn er anderen Stellen zufolge Sündenvergebung predigte und Schuld vergab. Das Reich Gottes ist eine neue Welt, die ohne Zutun der Menschen von ganz alleine hervorbricht und in der Gott „von selbst“ gegenwärtig ist. Und in der Gewissheit, es stehe unmittelbar bevor, wenn es nicht gar schon angefangen habe, wendet sich Jesus gerade denen zu, die keine Zeit mehr haben, sich in der alten Welt einzurichten, die an ihrem Rand stehen oder aus ihr herausgefallen sind.

    Von jeher aber haben besonders seine in den Evangelien berichteten Wundertaten die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auch wenn die Menschen seiner Zeit wohl eine größere Durchlässigkeit zwischen dem Natürlichen und dem Übernatürlichen für gegeben hielten, weil das Übernatürliche als Realität mit direktem Bezug zur Welt gedacht wurde, ist es wohl ein moderner Trugschluss, alles Wunderbare sei damals als Wahrheit über die direkt erfahrbare Welt akzeptiert worden. Skepsis ist keine moderne Erfindung. Lauster lässt es letztlich dabei bewenden, dass Jesus offenbar als Heiler gewirkt und damit Menschen Vertrauen in die eigene Kraft zurückgegeben hat.

    1. Grau AK Artikelautor

      Das Ende als Anfang. Nach Jörg Lauster Kulturgeschichte des Christentums
      Viel spricht dafür, dass sein außerordentliches Selbstbewusstsein ihm den Tod gebracht hat. Die Begebenheiten werden in den Passionsgeschichten der Evangelien erzählt. In ihnen überlagert religiöse Überzeugung das tatsächliche Geschehen. Schon für das Urchristentum war es Gewissheit, dass Jesu Tod in der Logik des göttlichen Heilsplans begründet war, dass er ihn zum Wohl der Vielen auf sich genommen hatte.

      Ob das dann allerdings einer späteren Perspektive entspricht, einer theologischen Deutung dieses Todes, die die Auferstehung voraussetzt, dass nur so dieser Tod notwendig für den göttlichen Heilsplan sein konnte, ob Sühnetod oder nicht, diese Argumentation scheint bei Lauster unklar.
      So oder so, Jesus wurde durch sein Auftreten sowohl für sie Juden, wie auch für die Römer, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, zur Provokation. Wollte er das Reich Gottes durch seinen Tod herbeizwingen, wie Albert Schweitzer gemeint hat? Aus historischer Perspektive scheint nur die Aussage zwingend, dass mit diesem Tod alles, was vorher sich als „Leben Jesu“ ereignet hatte, zu Ende war.

      So gesehen ist es das größte Wunder, darauf hat man oft genug hingewiesen, dass es das Christentum überhaupt gibt. Wider alles Erwarten entstanden aus diesem nach römischen Maßstäben gewöhnlichen Tod am Kreuz Ereignisse, die das Ende aufhoben und einen neuen Anfang sichtbar machten. Die Auferstehung ist die eigentliche Geburt des Christentums.

      Aber nicht die Auferstehung, die sich im Wortsinn im Dunkel verliert, sondern allein der Auferstehungsglaube ist ein historisch gesichertes Faktum. Unter seinen Anhängern breitete sich die Gewissheit aus, er sei ihnen leibhaftig erschienen. Die ältesten Quellen dafür sind die Briefe des Paulus, die ungefähr zwanzig Jahre nach dem Ereignis erschienen. Auch sie belegen aber vor allem die hohe subjektive Authentizität. Auch Paulus lebt aus der Sicherheit dieser Auferstehungserfahrung, die bis heute das Herzstück christlicher Glaubensgewissheit bildet.
      Eine Generation nach Paulus berichten die Evangelien darüber. Ihre Auferstehungsberichte geben mit ihren Unterschieden manche Rätsel auf. Man kann aber festhalten, dass Auferstehung von den Toten für Menschen (auch „damals“) ein unbegreifliches Ereignis ist.
      So steht nun auf der einen Seite die unverbrüchliche Gewissheit der Auferstehungshoffnung aus deren Sicherheit heraus die ersten Christen lebten und doch auch ihre Unglaubwürdigkeit die die Erzählungen durchblicken lassen. Gerade die eigenen Jünger wollen zuerst nicht glauben. Christliche Auferstehungshoffnung war von Beginn an keine unwissende Leichtgläubigkeit, sondern überwundene Skepsis.

      Der letzte große Streit aus den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts griff auf die alte Visionshypothese des 19. Jahrhunderts zurück, bereicherte um das psychopathologische Vokabular der Gegenwart. Immer ging es in solchen Debatten darum, ob sich ein historisches Ereignis dingfest machen ließe. Aus den biblischen Erzählungen lassen sich aber nur eine existentielle Gestimmtheit und ein Lebensgefühl der ersten Christen erschließen.

      Dafür musste es einen starken Anlass gegeben haben, denn es galt ja massive Erkenntnisprobleme zu überwinden, mit realen Erfahrungen war das auch „damals“ nicht vereinbar. Diese Spannung musste mit Worten überwunden werden, die aus dem kulturellen Kontext zur Verfügung standen.

      Die Ostergeschichten reagierten in Wahrheit auf einen Transzendenzeinbruch, der nur aus dem Vorstellungskomplex der Totenauferstehung heraus zu beantworten war.
      Sehr schnell hat man auch versucht den Sinn dieses Todes zu ergründen. So entstand die Deutung vom Passahlamm und vom Sühneopfers durch Paulus.
      Auferstehung birgt jedoch ein Geheimnis. Jesu gewaltsamer Tod war das Ergebnis eines Kampfes. Die Erfahrungen, die seine Anhänger danach machten, konnten aber gedeutet werden als seien die Gesetze des alles beherrschenden Lebenskampfes zum ersten Mal durchbrochen. Das wurde das tragende Lebensgefühl für das das Kreuz fortan stand. Wie die Auferstehung gehörte es nicht mehr zum Leben Jesu, sondern stand für Ereignisse, die nach dem Tod geschahen. Sie stehen am Anfang des Christentums.

  5. Hartmut Neumann

    Die Begriffe „Jesus“ und „Christus“ bedürfen m.E. einer genauen Definition:
    Der Name „Jesus“ steht für einen Menschen oder für einen „Menschensohn“ (wie er sich selber genannt hat), dagegen bedeutet der Name „Christus“ , für mich: dies ist ein Mensch, der ganz und gar vom göttlichen Willen, von der
    göttlichen Allmacht und von der göttlichen Vollkommenheit durchdrungen ist;
    aus ihm leuchtet also die göttliche Vollkommenheit hervor. Man könnte, ja sollte ihn als Erlöser oder „als Licht der Welt“ bezeichnen.
    Dies gilt in gewissem Umfange auch für andere Menschen, z.B. ein Albert Schweitzer war ebenso von Geist, von Güte und Barmherzigkeit durchdrungen, (und es gibt vielleicht viele andere Beispiele) immer dann und dort wo ein Mensch (Frau oder Mann) offensichtlich vom göttlichen Geist geleitet wird,
    dort wird der „Christus-in-uns“ offenbar. (…dies aber soll den ersten Christus nicht geringer machen, er ist und bleibt
    „das Licht der Welt“ , aber, ein bisschen nachfolgen, das dürfen wir schon !)

  6. Hartmut Neumann

    Was machte Jesus zum Christus? (ich schreibe dies aufgrund eigener Erfahrungen).
    Es gab und gibt Menschen unter uns, die sich ganz dem Göttlichen hingegeben haben, entweder aus Liebe zum Göttlichen oder aus der rechten Ehrfurcht vor dem Göttlichen.
    (Beispiel: Jesus Christus) Ich versuche nachzuempfinden, was in diesen Menschen vor sich gegangen sein könnte, um das zu werden, was sie geworden sind:
    „Herr, nicht mein, Dein Wille geschehe“, dies stand sicher ganz am Anfang. Die Folge ist, mit der Selbsthingabe des Ego, des selbstbezogenen egoistischen Wollens wird der Weg frei den (vermeintlich) göttlichen Willen zu erfüllen. Auf dem Weg gewinnt die menschliche Seele mehr und mehr die Erfahrung und Gewißheit, am Ende
    nur noch von der Göttlichen Allmacht geführt zu sein. (eigene Wünsche und Begehrlichkeiten oder Absichten sind weg oder doch unter Kontrolle.) Die Hingabe des Menschen wird perfekt, der Mensch hat sich „ergeben“ und ganz den Göttlichen ausgeliefert. Daraus folgert: Wenn dieser Mensch sich innerlich und geistig eins mit dem Göttlichen erkennt und natürlich auch so erlebt, was sich durch die Praxis und die Erfahrung für ihn auch bestätigt, der wird sagen:
    „Meine Seele ist nun in der Göttlichen Allmacht aufgegangen“, dies hat er, der Mensch auch in der mystischen Vereinigung mit dem Absoluten erlebt! „Gottes Wille ist auch mein Wille, und mein Wille ist der, den Gott mir eingibt; was ich tue, das tue nicht ich, das tut der Vater (das Bewußtsein) durch mich; was ich sehe, das sehe nicht ich, was ich denke, das denke nicht ich, was ich erkenne, das erkenne nicht ich; es ist die „Göttliche Allmacht“ die mich lebt. Sie gibt mir das Gefühl, dass ich lebe, doch nun lebe ich nicht für mich, sondern Göttliche Allmacht lebt durch mich.“

    Dies – glaube ich – ist der Weg, der den Jesus zum Christus gemacht hat, dies ist auch meine Erfahrung.

  7. Bund freies Christentum Artikelautor

    Die Bedeutung der Gestalt Jesu muss in heute verständlichen Begriffen zum Ausdruck gebracht werden. Viele Bekundungen aus Vergangenheit und Gegenwart erweisen, dass in der Begegnung mit ihm die liebende Zuwendung und der fordernde Anruf Gottes erfahren werden. Lösende und heilende Kräfte gehen von ihm aus, er weckt Hoffnung und Zuversicht, er ruft zu vorbehaltloser Menschlichkeit. Das Geheimnis seines Wesens und Wirkens, seines Leidens und seiner Todesüberwindung wird niemand ergründen. Die Versuche, das Besondere in seiner Erscheinung symbolhaft auszudrücken, haben immer wieder Sinn und Recht. Die Ergebnisse solcher Versuche dürfen nicht als „ewige Wahrheit“ missverstanden und zum Glaubensgesetz gemacht werden.

  8. Rindlisbacher Peter

    Mit dem ‚ebenso‘ kann ich nicht so recht einig gehen. Dies darum, weil Jesu Leib ja von Gott durch den heiligen Geist gezeugt wurde, der menschliche Leib aber von einem menschlichen Vater abstammt. Jesus wird nicht vergebens einziggezeugter Sohn genannt, das hebt Ihn meines Erachtens schon von uns gewöhnlichen Menschen ab.

    Rindlisbacher Peter

  9. Hartmut Neumann

    Ich meine,der historische Jesus ist ebenso Gottes-Sohn, wie wir alle Gottes-Kinder sind,
    einige sind mehr vergeistigt, andere weniger, trotzdem sind wir alle Gottes-Kinder.

    Nun ist es m.E. so, dass der historische Jesus und seine unmittelbaren Lebensumstände
    vielleicht für Historiker und für historisch interessierte Theologen interessant sein dürften,
    für den geistig suchenden Menschen sind allein die geistigen Erkenntnisse von Wichtigkeit.

    Und dies ist die uns vorgelebte Gottes-Kindschaft, dass wir alle Anteil haben am Gottesgeist,
    dass wir im Geiste unbegrenzt sind in unseren Möglichkeiten, d.h., dass es für jeden
    Menschen in jeder Situation schier unbegrenzte Möglichkeiten gibt.

    (Prof. Dr. Hans-Peter Dürr spricht über diese unendlich vielen Möglichkeiten hergeleitet von
    der Quantenphysik ) Diese vielen Möglichkeiten sind dem Menschen mitgegeben, um
    selbst in der Schöpfung (in der Evolution) mitzuwirken, als Mitschöpfer.
    -So sind wir alle Gottes-Kinder, ausgestattet mit dem „Christus-Geist“. Erst durch diesen
    „Christus-Geist“ , der er uns vorgelebt hat,(und dagelassen hat, symbolisch gesprochen)
    — man könnte auch sagen, den er uns praktisch gezeigt hat – sind wir alle Gottes-Kinder,
    ausgestattet mit allen VOLLMACHTEN und mit aller VERANTWORTUNG!
    Ist dies vielleicht das eigentliche Geheimnis um den „Christus-in-uns“ ?
    Hartmut Neumann, siehe auch: http://www.gottesundmenschenild.de

Kommentare sind geschlossen.